Lesetag Nr. 3 – Grauburgunder (Vorlese): 07.September 2011

Weinlese 2011

Nein, gemeinsame Lektüre ist mit Vorlese nicht gemeint, so viel dürfte klar sein. Doch warum lesen wir einen Teil der Trauben in einem Rebstück, in dem wir zu einem späteren Termin dann noch einmal einen Arbeitstag verbringen werden? Ist das nicht zeitaufwendig und unökonomisch? Solcherlei Fragen könnten sich aufdrängen. Sie sind jedoch leicht zu klären.

Als Weingut, das sich ganz klar den Zielen qualitativ erstklassiger Weine und umweltschonender Produktion verschrieben hat, können wir weder (teilweise) faules, ungesundes Lesegut einholen, noch verwenden wir Fungizide. Es ist also enorm wichtig, dass wir genau „auf Punkt“ herbsten und das macht heute bei einem Grauburgunderstück eben notwendig, dass wir einige Trauben herausnehmen, dort wo beginnende Fäulnis sich am wahrscheinlichsten scheint. Auf diese Art haben wir zum einen einen etwas leichteren Most im Keller, für die erfrischenden und leichteren Weine und können zum anderen für unsere lagerfähigen und korpulenten Kronjuwelenweine diejenigen Trauben hängen lassen, denen wir noch eine gewisse Reifezeit zugestehen möchten (und können).

Das Rebstück in dem wir heute unser Tagwerk verbringen hat wegen seiner enorm langen Zeilen zwar einen etwas demotivierenden Charakter (davon zeugt das Foto), dafür lohnt der Ausblick auf den Südschwarzwald, sobald man sich die Zeile hinaufgearbeitet hat (davon wird demnächst ein Foto zeugen, wir können ja nicht gleich das ganze Pulver verschießen!).

Es wird noch eine Hauptlese geben. Wir werden berichten!

Lesetag Nr. 2 – Gewürztraminer: 06.September 2011

Weinlese 2011

Man könnte aus unserer Perspektive den Frühburgunder sozusagen als Aufwärmphase ansehen. Jetzt wissen wir wieder, wie der Rücken sich nach einem (einigermaßen kurzen) Lesetag anfühlt, konnten uns ein paar Tage lang erholen und fühlen uns denn auch gespannt und gewappnet um uns mit neuer Frische dem Phänomen Gewürztraminer zu widmen.

Was für eine Rebsorte! Hier zeigt sich denn auch sehr deutlich, dass nicht nur Wespen, Stare und Rehe erhebliche Fraßschäden verursachen können, sondern auch naschende Winzer und Erntehelfer – und das aus gutem Grund! Bereits die erste Beere die (aus rein professioneller Neugier natürlich) probiert werden muss, lässt das üppige und charmante Aromenspiel erkennen, wie wir es auch vom Wein kennen, der bei uns daraus gekeltert wird.

Wegen der warmen Witterung, hoher Niederschlagsmengen und früher Reife müssen wir den Gewürztraminer in diesem Jahr sehr zeitig einholen, damit wir das gewohnt saubere Lesegut in den Keller bekommen. Der Druck durch Essigfäule ist in diesem Jahr leider etwas höher als im letzten. Aber wir geraten darüber mitnichten in Panik, denn nicht nur die Hürde des angestrebten Mostgewichtes nehmen wir mit Leichtigkeit. Auch Menge und Qualität machen uns große Freude…

Grund genug für mehr als zufriedene Gesichter an einem recht späten Feierabend.

Den Beginn der Weinlese 2011 markierte wieder unser ungeduldiger Frühburgunder

Am Donnerstag den 25. August versammelten sich zwölf lesehungrige Frühaufsteher (inklusive Juniorchef Fabian Zähringer) gegen 6 Uhr am Weingut, um die Trauben mit dem vielleicht etwas irritierend klingenden angestrebten Prädikat “Spätlese” ins Trockene zu holen, und wärmten die verschlafenen Hände mit einer guten Tasse Kaffee. In den Reben angekommen, überraschte zunächst der dichte Nebel, der den Lesebeginn etwas hinauszögerte. So war noch Zeit, auch den Neulingen den Unterschied zwischen einer gesunden Traube und einem “Botrytis-Bollen” nahe zubringen.

Alsbald verzogen sich jedoch die Tiefflieger und gaben die aufgehende Sonne frei, sodass wir uns ans Tageswerk machen konnten. Wir fanden die Trauben in einem sehr guten Zustand vor; nur vereinzelt mussten von Essigbakterien oder Botrytis befallene Beeren weggeschnitten werden. Etwas stärker stach der Wespenfraß ins Auge, da diese unliebsamen Weinbergsbewohner wohl noch etwas früher als wir mit dem Herbsten begonnen hatten.

Insgesamt verlief die Lese recht zügig und unkompliziert. Im Laufe des Vormittags lösten sich die letzten Wolken vom Himmel, die Sonne gesellte sich zu uns und bescherte uns einen angenehmen Sommertag. Ein zünftiges Vesper ließ uns verschnaufen, das Glas vom vorjährigen Frühburgunder rundete das Mittagessen vorzüglich ab. Es wurde viel gelacht, manchmal genascht und auch durch den ein oder anderen blutenden Finger ließen wir uns die Freude an den Früchten unserer Arbeit nicht nehmen. So kamen wir auf einen Rekordertrag von 1,7 t mit einem perfekten Oechslegehalt von 95° für eine fruchtig-leichte Spätlese.

Gegen ein Uhr waren dann alle Rebstöcke von ihrer süßen Last befreit. Das Lesegut wurde zügig ins Weingut befördert und zunächst auf 8°C heruntergekühlt, um Fremdhefen und Bakterien im Zaum zu halten. Anschließend wurden die Trauben entrappt, eingemaischt und in große Gärbottiche zur offenen Maischegärung gefüllt. Nach leichter Schwefelung kamen die nächsten Arbeiter, nämlich die Reinzuchthefen, zum Einsatz.

Die Frühburgunder (Spät-)Lese 2011 war ein voller Erfolg!

Überblick

Lesebeginn: 7:00 Uhr
Lesehelfer: 12
Lesearbeit: gesunde Trauben, in Kisten
Leseende: 13:00 Uhr
Rebsorte: Frühburgunder
Ort: Heitersheimer Sonnenhohle
Mostgewicht: ~ 95 °Oe
Gesamtertrag: 1700 kg

Pressemitteilung: Zähringer 37°C Bio-Traubenkernöl

Presse-Mitteilung vom 25. Mai 2011:

Das wertvollste Öl nun auch in Rohkostqualität

HEITERSHEIM. Nach jahrelanger Entwicklungsarbeit und vielen Versuchen bietet das Weingut Zähringer in Heitersheim nun erstmals ein einzigartiges Bio-Traubenkernöl an. Es wurde im gesamten Produktionsprozess nicht über 37°C erhitzt und stammt zu 100 Prozent aus biologisch und biologisch-dynamisch angebauten Trauben des eigenen Betriebs.

Nur mit dieser wirklich garantierten Kaltpressung ist es möglich, den Wirkstoff OPC und die wertvollen ungesättigten Fettsäuren in nativer Form, also in Rohkostqualität zu erhalten, berichtet Wolfgang Zähringer. Seit 30 Jahren experimentiert der Biowein-Pionier aus dem Markgräflerland auf der Suche nach dem optimalen Herstellungsprozess. „Die sogenannte Kaltpressung besagt ja nur, dass das Öl bei der Pressung nicht künstlich erhitzt wird”, erklärt Zähringer. Alleine durch den Pressvorgang aber komme es zu Temperaturen bis zu weit über 100 Grad. Bei solchen Temperaturen denaturieren die wertvollen Inhaltsstoffe der Speiseöle, die einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren.

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Zähringer 37°C Bio-Traubenkernöl jetzt online erhältlich

Ab sofort ist es erhältlich: Zähringer 37°C Bio-Traubenkernöl wird aus unseren biologisch und biologisch-dynamisch angebauten ECOVIN- und Demeter-Trauben gewonnen. Dieses Bio-Traubenkernöl ist das erste und bisher einzige Traubenkernöl bei dem garantiert ist, dass der gesamte Herstellungsprozess (sieben, trennen, trocknen, reinigen und pressen) bei Temperaturen bis maximal 37°C erfolgt.

Zähringer 37°C Bio-TraubenkernölUm die Einhaltung der niedrigen Temperaturen bei der Kaltpressung des Bio-Traubenkernöls garantieren zu können wurde ein spezielle Ölmühle entwickelt, deren Presskopf mit Hilfe eines Durchlaufkühlers mit kaltem Wasserstrom unter die gewünschten Maximal-Temperatur gekühlt wird.

Kaltgepresstes Traubenkernöl wird so sehr geschätzt, weil es bis zu 70 % „essenzielle” Fettsäuren enthält, jene Fettsäuren, die vom menschlichen Organismus nicht selbst aufgebaut werden können und deshalb mit der Nahrung zugeführt werden müssen. Durch die niedrigen Presstemperaturen unseres Bio-Traubenkernös von maximal 37 Grad Celsius sind alle Wert- und Wirkstoffe in ihrer nativen Form, also in Rohkostqualität weiterhin erhalten.

Wir haben uns für diese aufwändige Form der Kaltpressung entschieden, weil dadurch die wertvollen Inhaltsstoffe des Bio-Traubenkernöls besonders schonend behandelt werden. Zu diesem Inhaltsstoffen gehören unter anderem Oligomere Proanthocyanidine (OPC). Deren antioxydative Wirkung gegen freie Radikale machen die besondere Qualität dieses Öls aus. Wichtig sind aber auch die einfach ungesättigten, sowie mehrfach ungesättigten Fettsäuren in nativer Form, Vitamine E und Vitamin A sowie Lecithin.

Außer zur Veredelung von Rohkostgerichten kann Bio-Traubenkernöl aber auch für die Schönheitspflege und zur Revitalisierung der Haut verwendet werden.

ZÄHRINGER 37°C Bio-Traubenkernöl gibt es in der 100 ml und in der 250 ml-Flasche >>> Hier können Sie es online bestellen

Detailliertere Infos finden Sie in der Rubrik Bio-Traubenkernöl.

Bio-Traubenkerne

Ebenfalls neu: Unser Bio-Traubenkernmehl
Kaltpressung des Bio-TraubenkernölsAuch unser Bio-Traubenkernmehl enthält den antioxidativen Wirkstoff OPC (oligomere Proanthocyanidine). Es gilt als starkes und lange wirksames Antioxidans, in dem es freie Sauerstoff Radikale neutralisieren kann. Die antioxidative Wirkung von OPC ist deutlich stärker als die von Vitamin E und Vitamin C.

OPC ist weitgehend hitzestabil.

Geben Sie einfach morgens 1 Teelöffel voll Traubenkernmehl ins Müsli.

Aus dem OPC des Traubenkernmehls werden fast alle OPC-haltigen Nahrungsergänzungsmittel hergestellt.

Unser Traubenkernmehl stammt aus unseren biologischen und biodynamischen Trauben aus dem sonnigen Markgräflerland. Es wird mit sehr aufwändiger Siebtechnik gewonnen, sofort schonend und kalt getrocknet und dann zu extrem feinem, pulverförmigem Mehl (um 100 ym) vermahlen.

Traubenkernmehl liefern wir in Mengen von 20 kg, 10 kg, 5 kg, 1 kg zu 7,80 Euro/kg und 500 g zu 5,- Euro, zzgl. Versandkosten.

Anfragen und Bestellungen an WEINGUT ZÄHRINGER Johanniterstr. 61 D - 79423 Heitersheim info@weingut-zaehringer.de, www.weingut-zaehringer.de

Frühlingsschreiben

Anschreiben 2011

Lesen Sie hier unser aktuelles Anschreiben als PDF.

Weinhaus Zähringer in Zürich

Weinhaus Zähringer in Zürich

Seit September haben Sie die Möglichkeit unsere Weine auch in unserem neu eröffneten Weinhaus Zähringer in Zürich zu degustieren. In gemütlich-entspannter Atmosphäre können Sie im pulsierenden Züricher Kreis 5 die Besonderheiten regionaltypischer Bioweine erkunden. In jeder Preis-Kategorie findet sich ein übersichtliches, aber vielseitiges Geschmacksspektrum an Weinen, die den höchsten Qualitäts-Anforderungen an Anbau und Vinifizierung entsprechen. Neben saisonalen Angeboten wie (z.B. „Wein & Spargel“) sowie diversen themenbezogenen Seminaren (z.B. „Wein & Schokolade“) sind auch kulturelle Veranstaltungen geplant (z.B. mit Steffen Lenk und der Galerie KATZ CONTEMPORARY). Von Donnerstag bis Samstag (15-19 Uhr) oder nach Vereinbarung, freuen sich Fabian Zähringer und das Weinhaus-Team über Ihren Besuch in der Josefstrasse 182 in Zürich

www.weinhaus-zaehringer.ch

Weinhaus Zähringer in Zürich

19. Lesetag – 18.10.2010

Weinlese

Das ist dann wohl doch das Letzte! Sie sehen auf diesem Foto (wenn Sie so wollen) drei müde Krieger und den letzten Bottich der Weinlese 2010 gut gefüllt mit Cabernet Mitos (schön zu erkennen an den dunklen Laubwänden). Diese Rebsorte ist aufgrund Ihrer Lockerbeerigkeit nicht so anfällig gegenüber Pilzbefall, denn der Wind kann gut durch die Trauben hindurchfahren und sie so trocken halten. Also kam sie zuletzt an die Reihe- last not least.
Allen LesehelferInnen und Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit an dieser Stelle: Vielen Dank und möge die Zeit nicht lang werden, bis die Weine genussbereit in der Flasche warten.
Wir freuen uns drauf!

18. Lesetag

Weinlese

Die Spinnwebe auf diesem Foto will Ihnen nichts über die hohe Alterungsfähigkeit so mancher Weine aus dem Hause Zähringer sagen. Sie verdeutlicht nur sehr anschaulich, dass es heute am 15.10. den ganzen Tag so neblig trüb und taufeucht war, wie es auf dieser Aufnahme vom 13.10. noch um 11:42 Uhr zu sehen war. Die letzten Parzellen Spätburgunder waren mit der Hauptlese dran, was bedeutet, dass wir hier und dort eine gestaffelte Lese praktiziert haben. Die doch nicht immer ganz einfachen Witterungsverhältnisse des Jahrgangs 2010 haben uns dazu veranlasst mancherorts eine Vorlese durchzuführen, um dem erhöhten Pilzdruck entgegenzuwirken. Das Ergebnis war reifes UND gesundes Lesegut, das zwar mehr Aufwand gekostet hat, doch gerade in schwierigeren Jahren macht sich gute Arbeit umso mehr bezahlt.

17. Lesetag

Weinlese

Heute am 14. Oktober löst sich der „Früh“nebel erst gegen 17:30 Uhr auf, so dass immerhin noch ein charmanter Sonnenuntergang mit markgräfler Hügeln im Dunst den langen Arbeitstag krönt (siehe Foto), der zuvor durch Feuchtigkeit und Kälte geprägt war. Ab jetzt halten wir uns richtig ran, denn für das Wochenende ist Frost und Regen angesagt. Das braucht niemand, weder die Trauben noch die Erntehelfer.
Kein Grund jedoch, panisch zu werden. Der Spätburgunder trägt nicht umsonst diese Vorsilbe im Namen und wir wollten es ja so: Schön lang hängen lassen die Trauben, im Kampf um jedes Grad Oechsle und wunderbar reife Tannine.