Bodenpflege
Der Boden
Wenn wir die Reben nicht nach den Gesetzen der Hydrokultur, das heißt in künstlichen Salzlösungen ernähren möchten, sondern nach den Gesetzen der Natur, müssen wir zuerst die ganzheitliche Betrachtungsweise des Bodens heranziehen: Boden ist nicht einfach der Untergrund, in dem sich die Pflanzen mit ihren Wurzeln verankern, sondern es handelt sich um einen lebendigen Organismus und einen äußerst intensiv belebten Lebensraum.

Dabei setzt sich der Boden im Wesentlichen zusammen aus:
1. Mineralischen Bestandteilen
Die vom geologischen Grundmaterial vorliegenden Mineralien gehen laufend in die Bodenbildung über, verwittern bis hin zu den Mineralstoffen, die dann als Grundnahrungsmittel für Wurzeln und Bodenleben zur Verfügung stehen.
2. Organischen Bestandteilen
Diese sind für den Boden von entscheidender Bedeutung, denn insbesondere die den Boden durchdringenden Lebewesen, das so genannte Bodenleben (Bakterien, Pilze, Algen und Kleintiere) sowie die Pflanzenwurzeln, machen aus dem unbelebten mineralischen Material erst das, was wir Boden nennen. Der Humus, der aus Ab- und Umbauprozessen der organischen Substanz entsteht, sichert gemeinsam mit Wurzeln und dem Bodenleben die Stabilität der Bodenstruktur und fungiert als perfekter Speicher für Nährstoffe.
3. Hohlräumen
Ein guter Boden weist mehr als die Hälfte seines Volumens als Poren auf. Aus diesem Grund unterscheidet sich Boden vollkommen z.B. von einem Sandhaufen. Boden besitzt eine Schwammstruktur. Die Poren, die sich gliedern lassen in Grob-, Mittel- und Feinporen, dienen nicht nur dem Austausch und Transport von Luft und Wasser. Die inneren Porenoberflächen sind die “Siedlungsgebiete” der Mikroorganismen, die hier mit den notwendigen Nährstoffen versorgt sind. Durch ihre Aktivität werden neue Nährstoffe mobilisiert.
Boden ist also kein schon immer vorhandenes Substrat, sondern er entsteht und entwickelt sich ständig weiter. Damit der Rebbergsboden unseres Weinguts die wichtigen positiven Struktureigenschaften aufweist, muss er kontinuierlich gepflegt und gefördert werden. (s.a. Bodenpflege)

Rebenernährung
Wie wird die Rebe im ökologischen Weinbau ernährt?
Die perfekte Photovoltaik im Weinberg: Rebenernährung im Ökologischen Weinbau
Sicherlich kann die Rebe, wie jede andere Pflanze auch, künstlich mit Nährlösungen und Kunstdüngern ernährt werden. Die Frage ist nur, ob das sinnvoll ist und welche häufig auch negativen Nebeneffekte damit verbunden sind. Die natürliche und dem Wesen der Pflanze gemäße Ernährung muss selbstverständlich anders erfolgen. Biologisch gesehen ist die Nährstoffaufnahme das Ergebnis einer aktiven, zielgerichteten Beziehung zwischen Pflanze und Boden, das gilt besonders für das gegenseitige Geben und Nehmen zwischen den Pflanzenwurzeln und dem Bodenleben.

Die Ernährung der Rebe steht also auf zwei Säulen: sie gewinnt erstens selbst Energie aus der Sonne und baut Kohlenstoffverbindungen mit der Kohlensäure aus der Luft und dem Wasser aus dem Boden auf. Zweitens werden ihr alle weiteren Nährstoffe (Kalium, Magnesium, Phosphor, Stickstoff und unendlich viele weitere Spurenelemente) von den Lebewesen im Boden zugeführt, oder sie werden in Zusammenarbeit mit diesen Mikroorganismen gewonnen.
Ein Grundprinzip nachhaltiger und ökologischer Produktion ist es, unnatürlichen Input, speziell den Energie-Input von außen, zu minimieren. Kunstdünger, vorweg der synthetisierte Stickstoffdünger ist jedoch reine Energie (1 kg Düngestickstoff entspricht dem energetischen Gegenwert von 5 l Heizöl). Hier stellt sich eine grundsätzliche Frage: Wie funktioniert Pflanzenwachstum überhaupt, wie werden Reben ohne künstliche Düngung angebaut?

Pflanzen sind in der Lage, mittels der Photosynthese im grünen Blatt Sonnenenergie aufzunehmen und in Form energiereicher Substanzen, nämlich dem Zucker, zu speichern, zu transportieren und weiter zu verwerten. Das unterscheidet die Pflanzen grundsätzlich von Tier und Mensch. Während wir die für unseren Organismus notwendige Energie und Stoffe aus der Nahrung aufnehmen müssen (heterotroph), kann die Pflanze die Energie selbst aus dem Sonnenlicht gewinnen, und ist damit autotroph. Ohne diese Leistung der grünen Pflanzen gäbe es überhaupt kein Leben auf unserer Erde.

Mehr als 40% der assimilierten Energie gibt ein Grünbestand (z.B. eine Grüneinsaat im Weinberg) in den Boden ab: zum einen Teil als Wurzelausscheidungen (insbesondere Kohlenhydrate), aber auch in Form der abgestorbenen Wurzelteile.
Diese Wurzelausscheidungen gehen gezielt an die Bodenlebewesen, die heterotroph, d.h. auf energiereiche Nahrung von außen angewiesen sind. Die Bakterien und Pilze setzen nun wiederum in ihrer Tätigkeit Nährstoffe aus den Mineralien frei oder binden unter anderem Luftstickstoff. Diese Stoffe stehen dann im Austausch wieder den Pflanzenwurzeln zur Verfügung.

Wir legen also durch die Begrünung der Rebberge unsere eigenen Sonnenkraftwerke an: die Energie der Sonne wird in den Boden transportiert, dort setzen dann die Mikroorganismen alle für das Pflanzenwachstum notwendigen Nährstoffe frei, die dann von der Rebe genutzt werden. Der Energietransfer von der Sonne in den Boden und die weitere Umsetzung in die Bereitstellung der Nährsubstanzen setzt einen gesunden Zustand des Bodens voraus. Nur dann sind für die Reben optimale Wachstumsbedingungen geschaffen.

Ein guter Boden muss ein großes Porenvolumen, stabile Krümelstruktur, ausreichend Humus und ein gesundes Bodenleben aufweisen, damit sich diese Prozesse entfalten können. Das führt uns direkt zur Aufgabenstellung der ökologischen Bodenpflege.
Bodenpflege
Ziel der Bodenpflege im ökologischen Weinbau ist eine intensive Bodenbelebung sowie ein stabiles Krümelgefüge. So können die natürlichen Prozesse im Boden, insbesondere die Umsetzungsprozesse optimal ablaufen. Ein aktiver Boden bedeutet für die Weinreben optimale Wachstumsbedingungen.
Die Maßnahmen der Bodenpflege lassen sich grob in drei Bereiche untergliedern: die mechanische Bodenbearbeitung, die Begrünungsmaßnahmen sowie die organische Düngung. Da wir auf einem low-input-level arbeiten, d.h. dass sich insbesondere der Energie- und Stoff-Input auf niedrigstem Niveau bewegen soll, ist die vollkommen in sich stimmige Kombination der verschiedenen Maßnahmen eine absolute Notwendigkeit.
Gleichzeitig gilt das Augenmerk auch immer der Regelung des Wasserhaushaltes. Denn das Wasser ist zu allen Prozessen im Boden wie auch in der Pflanze ein wichtiges Grundmedium. Ein gut strukturierter Boden mit gutem Humusgehalt ist sowohl in der Lage Niederschlagswasser besser aufzunehmen, als auch dieses Wasser besser zu speichern. Für den gleichmäßigen Wuchs der Reben und das kontinuierliche Reifen der Trauben ist dies von ganz großer Bedeutung.
Bodenbearbeitung
Wird im ökologischen Weinbau überhaupt gepflügt? - Die Bodenbearbeitung
Das klassische Pflügen im Weinberg wird im ökologischen Weinbau in der Tat komplett durch die Begrünung der Rebgassen ersetzt. Nur ein begrünter Boden ermöglicht den Energiefluss von der Sonne in den Boden hinein. Wird der Boden also überhaupt nicht mehr bearbeitet? So extrem ist es nun auch wieder nicht.

Wir bearbeiten unsere Rebbergsböden mit folgenden Maßnahmen:
1. Bodenlockerung in den Rebgassen
2. flache, offene Bearbeitung eines schmalen Bodenstreifens direkt unter den Weinstöcken
3. teilweise flache, offene Bearbeitung in jeder zweiten Rebgasse in besonderen Fällen, d.h. in Jungfeldern oder in extrem trockenen Sommern.
zu 1. Bodenlockerung im ökologischen Weinbau
Eine langjährige dauernde Begrünung führt nach und nach zu Verdichtungen des Bodens. Jede Verdichtung beeinträchtigt massiv die Bodenprozesse. Daher werden bei uns die Rebgassen regelmäßig gelockert. Dies kombinieren wir grundsätzlich mit der Neueinsaat von Begrünungen.

Zur Lockerung setzen wir ein speziell gefertigtes Gerät ein, das in bis zu 30 cm tief den Boden lockert, dabei aber nicht wendet. Die natürliche Bodenschichtung bleibt erhalten. Dieser sogenannte Schichtengrubber hebt über seine Schare den Boden leicht an und lässt ihn über die Scharkante abbrechen.

Ein geringer Werkzeugkontakt mit dem Boden führt so zu einer natürlichen Lockerung entlang der gegebenen Risslinien. Unmittelbar bei der Bodenlockerung wird bei uns neu eingesät: die Begrünungspflanzen sollen im frisch gelockerten Boden zügig hinabwurzeln und die Lockerung biologisch stabilisieren. Der Fachbegriff dazu lautet: “Lebendverbau”.
zu 2. Unterstockbearbeitung

In den neueren Anlagen, die aus ganz unterschiedlichen Gründen eine größere Zeilenbreite aufweisen, wird ein schmaler Streifen direkt unter den Weinstöcken offen bearbeitet. Damit wird verhindert, dass die Weinbergsbegleitpflanzen in diesem Bereich in die Reben hineinwachsen und damit zur Konkurrenz bzw. zur Verschlechterung der Durchlüftung führen. Mit einem flachen Schar, das den Rebstämmen ausweicht und so um die Stöcke herumfährt, wird der Boden und der mögliche Pflanzenbestand ganz flach (ca.10 cm) unterschnitten. Im Sommer werden zusätzlich Unterstockscheiben eingesetzt, um den schmalen Streifen unter den Weinstöcken zu wenden. So reduzieren wir die Wasserkonkurrenz und fördern gezielt das Wachstum der Reben.

Da wir die Unterstockbearbeitung in der Regel extensiv (maximal 3 Mal im Jahr) durchführen, ist dieser Streifen im Grunde bewachsen, die Grünpflanzen werden beim Unterschneiden jedoch in ihrem Wuchs gebremst.
zu 3. Flache Bearbeitung in Jungfeldern oder trockenen Sommern
Junge Reben mit ihrem noch schwach ausgebildeten Wurzelwerk sind selbstverständlich hoch empfindlich, jede Nährstoff- oder Wasserkonkurrenz sollte vermieden werden. Im Sommer wird in diesen Anlagen mindestens jede zweite Gasse mechanisch offen gehalten: mit einem Grubber wird der Boden ganz flach bearbeitet. In diesen Gassen werden dann im August, spätestens aber im September, aktive Gründüngungspflanzen neu eingesät. Je nach Entwicklung der Vegetation und Witterung (z.B. in heißen, trockenen Sommern) wird auch in Weinbergsparzellen mit älteren Anlagen oder noch nicht optimaler Wasserhaltefähigkeit jede zweite Reihe flach umgebrochen. Der Boden wird dann im kritischen Zeitraum (i.d.R. im Juni und Juli) offen gehalten, bevor im Spätsommer wieder neu eingesät wird.
Begrünung
Die Begrünung im biologischen Weinbau ist mehr als eine Begrasung
Die Begrünung ist die tragende Säule des ökologischen Weinbaus. Sie nimmt die Schlüsselstellung zur Steigerung und dem Erhalt der Fruchtbarkeit ein. Auch bei der Gesundung von geschädigten und kranken Böden nimmt sie eine besondere Rolle ein. Die Begrünung ist “Solarkraftwerk, Düngemittelfabrik und Sanatorium in einem”. Ist es gelungen, durch Begrünung und “Gründüngung” eine gare, tätige Krume aufzubauen ist die Düngung von untergeordneter Bedeutung sein. Die Aktivität der Pflanzenwurzeln und des Bodenlebens gewährleisten schon ein gesundes Rebenwachstum.

In den vollen Genuss der Leistungen einer Begrünung kommen wir dann, wenn diese mehr als eine Begrasung (”englischer Rasen”) bietet:
1. tief und breit verzweigtes, reichhaltiges Wurzelwerk
2. vielseitiger Pflanzenbestand
3. ein hoher Anteil blühender Pflanzen
4. Pflicht sind Leguminosen in der Begrünungsmischung: Klee, Wicke, Erbse…
Viele Wurzeln bedeuten auch viel Nährstoffe für das Bodenleben, eine tiefe und weite Verzweigung garantiert die gleichmäßige Verteilung des Bodenlebens und damit Aktivität in der gesamten Bodenmatrix.
Blühende, nektar- und pollenliefernde Kräuter und Blumen sind die Grundlage für einen reichhaltigen Nützlingsbestand im Weinberg (Pflanzenpflege). Die Schmetterlingsblütler (Leguminosen) benötigen wir für die Stickstoffversorgung unserer Böden: An den Wurzeln der Leguminosen siedeln sich die Knöllchenbakterien an. Diese besitzen die Fähigkeit Luftstickstoff in pflanzenverfügbaren Ammoniumstickstoff zu überführen.
Was bedeutet dies für unsere Begrünungsmaßnahmen im Weinberg?
Hier gibt es natürlich kein Schema, nach dem stur vorgegangen wird, sondern es werden ganz individuell unterschiedliche Strategien und Begrünungsmischungen angewendet. Und das für jede einzelne Parzelle unter Berücksichtigung des Bodenzustandes, des Wuchses der Rebe und der Jahreswitterung. Um einige Beispiele zu nennen:
Wintermeliorationsmischung:
Diese Begrünungsmischungen haben wir vor allem während der Umstellungsphase ausgesät, wir setzen sie aber auch immer wieder ein, wenn sich die Bodenstruktur nicht wunschgemäß entwickelt und auch der Wuchs der Reben zurückgegangen ist. Daher die Bezeichnung “Melioriation” = Bodenverbesserung. Dabei werden aktiv und kräftig wurzelnde Pflanzen verwendet, die neben viel Wurzelmasse auch viel oberirdische organische Masse bilden. Sie werden im August oder September eingesät und wachsen über den Winter. Sie stellen damit keine Konkurrenz, vor allem keine Wasserkonkurrenz zur Rebe dar. Sie hinterlassen im Frühjahr und Sommer nicht nur einen lockeren, gut krümeligen Boden, sondern auch viel oberirdische Grünmasse, die beim Walzen oder Mähen als organische Düngung fungiert. Diese Mischungen enthalten frostharte Pflanzen: meistens Winterwicken (oder -erbsen) sowie eine zehrende Stützpflanze, wie z.B. Roggen oder Winterraps.

Fotos: Winter- und Sommer-Meliorationsmischung
Sommer-Meliorationsmischung
Diese Mischung verfolgt einen ähnlichen Zweck, wird aber im Frühjahr eingesät und kann auch nicht winterharte Pflanzen enthalten, wie z.B. Senf, Phacelia und Buchweizen.
Mehrjährige Begrünungsmischungen
Weinbergsparzellen, die nun bereits eine gute Struktur aufweisen, wollen wir für mehrere Jahre mit einem vielseitigen und zugleich blühenden Pflanzenbestand ausstatten. Die mehrjährigen Mischungen, die wir meist nach einer Winterbegrünung im August des Folgejahres aussäen, enthalten vor allem mehrjährige Kleearten (Luzerne, Weißklee, Gelbklee, Rotklee …) als auch Kräuterpflanzen wie Wiesenknopf, Malve, Fenchel oder Kümmel, Schafgarbe, Wilde Möhre und Ringelblumen.

Das Ergebnis sind echte Bienenweiden. Wo gerne Bienen schwärmen, siedeln sich auch viele andere Nützlinge an, da sie in diesen Beständen Lebensraum und Nahrung finden.
Umbaugemenge:
Bei Einsaaten im Frühjahr wählen wir häufig das so genannte Umbaugemenge: dieses setzt sich zusammen aus einer mehrjährigen Mischung (wie oben beschrieben) und einjährigen Pflanzen, die schnell in den Boden hineinwurzeln, eine schnelle Bodenbeschattung aufweisen und auch viel organische Masse liefern. Wir ergänzen also die mehrjährigen Mischungen mit: Buchweizen, Phacelia, Sommerwicke, Ölrettich u.a.

Für die Einsaat der Begrünungen haben wir eine speziell für unsere Bedingungen passende Gerätekombination konstruiert: Nach vorangegangener Lockerung mit dem Schichtengrubber, wird in einem Arbeitsgang mit der Bodenfräse das Saatbett bereitet, mittels speziellen aufgesatteltem Sähgerät die Samen abgelegt und der Oberboden rückverfestigt, d.h. mit einer Prismenwalze werden die Samen mit den Bodenkrümeln angedrückt. Das verhindert das Austrocknen der Oberkrume und auch der keimenden Pflanzen. Das Saatgut “läuft gut auf”.

Wenn die Begrünungen aufgewachsen sind, bei Winterbegrünungen z.B. selten vor Mai des Folgejahres, bei Frühjahrssaaten nach etwas 2 - 3 Monaten, wird der Begrünungsbestand zuerst gewalzt. Die Pflanzen, die möglicherweise bis zu 1,5 m hoch aufgewachsen sind, treten nämlich dann in Lichtkonkurrenz zu den Reben. Nach dem Walzen wachsen sie in der Regel einfach weiter, jedoch ohne in Konkurrenz mit den Weinstöcken zu stehen. Im Weiteren werden die Begrünungen schonend geschnitten, d.h. relativ hoch und nur in großen Abständen. Da das Schnittgut einfach liegen bleibt und als Grünkompost dient, sprechen wir hier vom “Mulchen”.
Üblicherweise werden die Rebgassen 2 bis höchstens 3x im Jahr gemulcht. Dies erfolgt immer dann, wenn der Unterwuchs zu hoch, d.h. in den Bereich der Laubwand der Rebe zu wachsen droht. In trockenen Hochsommerphasen halten wir den Grünpflanzenwuchs in mindestens jeder zweiten Gasse bewusst niedrig, um die Wasserverdunstung so gering wie möglich zu halten.
Düngung
Düngung im ökologischen Weinbau
Sowohl die Bodenbearbeitung, als auch die Begrünungsmaßnahmen, stellen letztlich selbst bereits den größten Anteil an “Düngung” dar, die wir in unseren Weinbergen einsetzen. Was bleibt ist eine dosierte Versorgung der Reben mit Kompost, die im Abstand von einigen Jahren erfolgt. Der Kompost dient vor allem dem Aufbau des Humusgehalts in den Böden.

Beste Erfahrungen haben wir mit gemischtem Kompost aus Pferdemist und dem im Herbst anfallenden Trester, den Überresten aus der Traubenpressung. Nach entsprechender Umsetzungszeit wird der Kompost dann im Frühjahr (März/April) in die Weinbergslagen ausgebracht. Bewährt hat sich neuerdings auch Fertigkompost aus Grünschnittgut - ein Kompost mit hohem Holzanteil und damit die ideale Voraussetzung für eine nachhaltige Humusbildung.

Ist die Grundversorgung, also die Belebung und die Aktivität der Böden gewährleistet, dienen alle anderen Maßnahmen dazu, die Nähr- und Funktionsstoffe für die Rebe entsprechend ihrem Bedarf zu mobilisieren. Der Nährstoffbedarf der Rebe ist natürlich nicht über das ganze Jahr gleich.

Der Rebstock selbst benötigt im Grunde erst ab Anfang Juni Nährstoffe aus dem Boden, die Phase des höchsten Bedarfes bewegt sich zwischen der Blüte und dem Beginn der Reifephase, etwa von Mitte Juni bis Ende Juli. In dieser warmen Jahreszeit sind auch die Bodenorganismen am aktivsten.

Weiterhin fördern wir die Umsetzungs- und Freisetzungsprozesse durch Walzen oder Mulchen der Begrünungen und teilweise durch mechanische Bearbeitung: z.B. dem Flachschar-Einsatz im Unterstockbereich oder der Bodenlockerung in jeder zweiten Rebengasse. Mit genauer Beobachtung der Witterung und des Rebenwachstums und den daraus abgeleiteten Maßnahmen sorgen wir für die gleichmäßige Ernährung der Reben, damit auch die Trauben optimal gedeihen und reifen können.

