Chardonnay

ChardonnaySynonyme:
Pinot Chardonnay, Morillon,

Verbreitung
Gehört weltweit zu den bedeutendsten Traubensorten. In Deutschland in bescheidenen Mengen weil erst seit 1990 für den Anbau genehmigt. (Keiner weiß warum erst dann und wer da was dagegen hatte).
Daher bei findigen, unerschrockenen und unbeugsamen Weinbauern im Mischsatz unerkannt schon lange im Markgräflerland verbreitet.
Kalifornien ist mit 25.000 ha. dabei. Frankreich mit 20.000 ha. (Burgund, Champagne, Elsaß). Weit verbreitet auch in Italien. In Australien stehen da. 5.000 ha., in Südafrika ca. 2.500 ha. Wird auch in der Schweiz, in Argentinien und in Kanada angebaut.

Herkunft:
Es wird vermutet, dass ihn die Kreuzritter im Mittelalter nach Frankreich gebraucht haben und die Benediktiner ihn in Burgund angebaut haben.

Merkmale von Rebe und Traube:
Wurde früher oft mit Weißburgunder verwechselt. Erst seit 1958 definierte Galet sein unverwechselbares Merkmal, die blattgewebefreie Stielbucht. Wurde im Durchschnitt der letzten 9 Jahre in Baden mit 80 ° Oechsle geerntet.

Eigenschaften von Rebe und Traube:
Sehr ähnlich dem Weißburgunder. Jedoch sind die Blätter etwas dunkelgrüner, etwas glatter und weniger blasig. Die Stielbucht ist U-förmig, offen und durch Blattnerven abgegrenzt. Kleine, gründlich-gelbe bis gelbe, dünnhäutige Beeren.
Späte Reife. Botrytisanfällig. Erreicht in guten Jahren hohe Oechslewerte. Hervorragend auch zur Sektbereitung geeignet.

Als Esstraube ist der Chardonnay ungeeignet.

Charakterisierung des trockenen Weines:
Ein guter Jahrgang vorausgesetzt, bzw. in weniger guten Jahrgängen ausgedünnte, auf maximal 1 Traube pro Trieb reduzierte Menge, wird der Chardonnay reif und wuchtig, ansonsten dünn und grasig.
Beim 1998er wollten wir den echten Sortencharakter herausarbeiten. Deshalb haben wir ihn im Edelstahltank gelagert. Er präsentiert sich feinduftig, mit großer Bandbreite an Aromakomponenten von Blütenduft (Flieder!) über würziges Muskataroma bis hin zu fruchtigen Zitruskomponenten (Zitrone, Pampelmuse…).
Im Gaumen finden wir ein erstaunliches Spektrum von leicht pikanten Säuren. Hervorragende Ergebnisse bringen Chardonnay-Trauben auch, wenn wir den biologischen Säureabbau zulassen und längere Zeit auf der Feinhefe lagern.
Bei Mostgewichten über 95 °C können wir den 99er Jahrgang ruhigen Gewissens im Eichenholzfaß, im Vierlig und im Barrique lagern und reifen lassen. Sie entwickeln dann zusätzlich, ähnlich dem Weißen und Grauen Burgunder Aromen von zerlassener Butter und Vanille, Paprika und grüne Bohnen.

Speisenempfehlungen:
Passt ausgezeichnet zu Fisch, im Süßwasserbereich insbesondere zu Karpfen, Steinbutt, Zander, bei Salzwasserfischen insbesondere zu Krustentieren, zu hellen, gut gewürzten Fleischspeisen, zu Käse, insbesondere zu Ziegen- und Schafskäse.

Lagerempfehlungen:
Durch seine kräftige Säure hat er, wie auch der Weißburgunder und der Grauburgunder, ein starkes Rückrat und somit ein gutes Alterungspotential. Hatte der Most weniger als 90 ° Oechsle (bis 12 %vol) kann er 6 bis 8 Jahre aufbauen.
Nach 9 Jahren sind nur noch Spätlesen ab 95 ° Oechsle für eine länger dauernde Lagerzeit geeignet. Auslesen können auch nach 15 bis 25 Jahren noch begeistern.
Lagern Sie Wein möglichst bei 10 bis 12 °C. Wichtiger als die absolute Lagertemperatur ist das Vermeiden von Temperaturschwankungen.