Grauburgunder

GrauburgunderSynonyme:
Pinot gris, Ruländer, Tokay d’Alsace, Pinot Grigio, Szürkebarat

Verbreitung:
Mit ca. 1.600 ha Anbaufläche (Tendenz steigend) ist Baden das bedeutendste Anbaugebiet Deutschlands (insgesamt ca. 2.500 ha.) Mit deutlichem Abstand folgen die Pfalz, Rheinhessen, Nahe. In Frankreich ist er mit ca. 900 ha (davon allein im Elsaß ca. 600 ha. relativ bedeutungslos.
Es gibt ihn auch in Österreich, der Schweiz, in Luxemburg, Ungarn, Norditalien, und in Neuseeland.

Herkunft:
Es wird vermutet, dass er als Mutation aus dem Blauen Spätburgunder entstanden ist. 1375 gelangte er unter Karl IV von Frankreich nach Ungarn an den Plattensee.1568 wurde er von General Lazarus von Schwendi aus Tokaj in das Elsaß und an den Kaiserstuhl gebracht (Tokajer). 1711 entdeckte ihn Johann Seeger Ruland im Garten des Reichskammergerichtes zu Speyer und förderte die weitere Verbreitung.
Daher wurde er damals auch “Speirer” und heute noch Ruländer genannt.

Merkmale von Rebe und Traube:
Grau bis blaurote Trauben. Mittelgroße bis kleine, sehr dicht wachsende Beeren. Botrytisanfällig, da er eine dünne Haut hat. Daher bei im Spätherbst folgenden, günstigen Wetterbedingungen (mindestens 3 Tage Föhn) können schöne, kraftvolle Beerenauslesen und Trockenbeerenauslesen geerntet werden.
Die Trauben schmecken würzig, sind aber als Tafeltrauben nicht geeignet.

Eigenschaften von Rebe und Traube:
Ist widerstandsfähig gegen Frost, erreicht hohe Öchslewerte. Im Durchschnitt der letzten 10 Jahre wurde er bei uns mit 95 ° Oechsle geerntet.

Charakterisierung des trockenen Weines:
Um den neuen, zeitgemäßen Typ des Grauburgunders zu bekommen, werden die Trauben schon im Weinberg so gepflegt, dass möglichst gesundes Lesegut geerntet werden kann (weniger Augen anschneiden, Abschneiden der zweiten Traube am Trieb, Entblättern in der Traubenzone, damit die Trauben dem Wind ausgesetzt sind und in weniger feuchtem Klima wachsen, frühere Lese, Selektion…)
Solchermaßen gepflegte Weine bringen spritzige, kernige, rassige Grauburgunderweine mit breiter und tiefer Struktur in Aromen und Säuren. Kräftig im Geschmack bis vollmundig, wenn im Eichenholzfaß gereift.
Temperamentvoller, anspruchsvoller Wein, facettenreiches Spiel von Säuren und Extrakten. Im Barrique ausgebaut, kann er bei Mostgewichten über 100 ° Oechsle zur “Bombe” werden.
Einer unserer besten Weine, die wir bisher ernteten, war die Edition Zähringer Löwe Nr. 8, eine Grauburgunder Beerenauslese vom Jahrgang 1992. Sie hatte 140 ° Oechsle und wurde im Barrique ausgebaut. Wir bevorzugen neuerdings, wenn die Voraussetzungen gegeben sind, eine längere Standzeit mit der Feinhefe und den biologischen Säureabbau (”zweite Gärung”).
So hatten unsere letzten Jahrgänge einen zarten Strauß von Rosen und Apfelblüten. Begeisternde Fruchtaromen von Zitronen, Birnen, Bananen, Aprikosen…. harmonieren ideal mit Nussaromen (Mandel) und feinen, buttrig-laktischen Komponenten.
Eine gut balancierte Weinsäure garantiert gehaltvolle und kräftige Weine. Im Faß ausgebaute Weine entwickeln meist Aromen von zerlassener Butter und Vanille.

Speisenempfehlungen:
Besonders geeignet zu deftigen und gut gewürzten Speisen, zu Braten, Meeresfrüchten, insbesondere Schalentiere, Lobster, Hummer, Garnelen, helles Wild, insbesondere Wildschwein, Wild- und Flugente, Wachteln…, Käse, insbesondere Weichkäse.
Spät- und Auslesen besser zu Hartkäse.

Lagerempfehlungen:
Durch seine kräftige Säure hat er, wie auch der Weißburgunder, ein starkes Rückrat und somit ein gutes Alterungspotential. Hatte der Most weniger als 90 ° Oechsle (bis 12 %vol) kann er 6 bis 8 Jahre aufbauen. Nach 9 Jahren sind nur noch Spätlesen ab 95 ° Oechsle für eine länger dauernde Lagerzeit geeignet.
Auslesen können auch nach 15 bis 25 Jahren noch begeistern.
Lagern Sie Wein möglichst bei 10 bis 12 °C.
Wichtiger als die absolute Lagertemperatur ist das Vermeiden von Temperaturschwankungen.