Johanniter

JohanniterIm Anbau interessant, da die Sorte sehr widerstandsfähig gegenüber den Mehltaupilzkrankheiten ist.

Abstammung und Sortenname
Johanniter ist eine Rebenzüchtung aus dem Staatlichen Weinbauinstitut in Freiburg, eine Kreuzung aus dem Jahr 1968, benannt nach dem Züchter Dr. Johannes Zimmermann. Die Muttersorte ist Riesling. Vatersorte ist der Zuchtstamm FR 589-54, der eine Züchtung aus dem Jahr 1954 zwischen der Muttersorte Seyve-Villard und der Vatersorte FR 153-39 ist. Letztere wiederum ist eine Kreuzung aus dem Jahr 1939 zwischen Ruländer als Muttersorte und Gutedel als Vatersorte.
Die Kreuzungsabkunft lautet in der üblichen Formel-Schreibweise:
Johanniter = Riesling x (Seyve-Villard 12-481 x (Ruländer x Gutedel))

1939 = Ruländer x Gutedel = FR 153-39
1954 = Seyve-Villard 12-481 x FR 153-39 = FR 589-54
1968 = Riesling x FR 589-54 = Johanniter

Sortenbeschreibung und Merkmale der Rebe
Der Johanniter lässt in seinem Erscheinungsbild viele Ähnlichkeiten mit der Muttersorte Riesling erkennen. Er hat mittelgroße, tief gebuchtete fünflappige, mattgrüne Blätter mit blasiger Oberflächenstruktur und überlappender Sielbucht. Die Triebspitzen zeigen eine dichte, weißwollige Behaarung und einen leicht rötlichen Anflug an den Rändern der jüngsten Blättchen. Die Trauben sind mittelgroß, walzenförmig und relativ kompakt, jedoch länger als Riesling-Trauben. Die Beeren sind ebenfalls mittelgroß, rund und in der Vollreife gelb-grün verfärbt. Sie zeigen wie Riesling-Beeren die kleinen schwarzen Pünktchen. Der Wuchs ist nur mittelkräftig, aber weitgehend aufrecht.

Eigenschaften
Der Austrieb erfolgt etwas früher als bei Riesling. Auch Blüte und Reifungsbeginn liegen früher als bei der Muttersorte. Die Winterfrostigkeit ist gut.

Die Lagenansprüche entsprechen denen der Burgundersorten. Frostgefährdete Standorte sollten gemieden werden, unter anderem wegen des etwas verfrühten Austriebs.

Resistenzverhalten gegenüber Pilzkrankheiten
Der Johanniter zeichnet sich durch eine hohe Widerstandfähigkeit gegen Mehltaupilzkrankheiten aus und zählt daher zu den so genannten pilzwiderstandsfähigen Rebsorten. Die Pilzwiderstandsfähigkeit des Johanniter reicht aus, um auf eine vorbeugende Anwendung von Fungiziden verzichten zu können. Der Johanniter kann ohne chemischen Pflanzenschutz kultiviert werden.

Charakterisierung des Weines
Die Weine präsentieren sich kräftig, fruchtig und lassen Ähnlichkeit zu Riesling und zu Grauburgunder erkennen. Reife Aromen von Apfel, Birnen bis hin zu Quitte, deutlich hinterlegt mit Limonenduft spielen mit zarten Düften aus dem heimischen Kräutergarten. Im Gaumen reif und füllig mit erfrischender Fruchtsäure. Feine Würze im Nachklang.

Speisenempfehlungen:
Besonders empfohlen zu Meeresfrüchten und kräftigem Fisch; zu Pilz- und vegetarischen Gerichten, Terrinen und Pasteten von Wild, Rind & Geflügel; ein wunderbarer Begleiter von frischen Sommersalaten; angenehm als saftiger Wein auch ohne Speisen!

Lagern und Servieren
Nach 2 bis 3 Jahren hat er sein Optimum erreicht! Servieren Sie den Wein bei ca. 8 °C.