Merlot
Merlot [m_r_lo] ist eine Rotwein-Rebsorte
Synonyme:
Synonyme sind Bigney, Bigney Rouge, Bégney, Crabutet, Langon, Médoc Noir, Merle Petite, Merlau, Merlo, Merlot Noir, Merlott, Odzalesi, Plant du Médoc, Plant Médoc, Saint-Macaire, Seme de la Canau, Seme dou Flube, Sémillon Rouge, Semilhoun Rouge und Vitraille.
Das Synonym Begney könnte von Egri Bikavér (Erlauer Stierblut) abgeleitet sein, dem berühmten ungarischen Rotwein der alten Bischofstadt Eger.
Herkunft und Verbreitung
Zur Herkunft der Rebsorte ist wenig bekannt.
Forscher der University of California in Davis glauben, daß die Rebsorte in enger Verwandschaft zum Cabernet Franc steht und ihrerseits eine Vorgängersorte des Carmenère ist
Erste schriftliche Erwähnung im Bordeaux finden sich im 14. Jahrhundert: Zu jener Zeit wurde der Merlot noch Crabatut noir genannt, und galt eher als Sekundärsorte. Eine erste komplette Beschreibung der Sorte wurde von V. Rendu im Jahr 1857 in seinem Werk Ampélographie francaise gegeben.
Im Jahr 1784 wird die Rebsorte bereits merlot (merlau) genannt und galt schon als eine der wichtigsten Sorten des Bordelais. Noch im 19. Jahrhundert ist die Sorte noch die dominante Sorte des Médoc[1]
Die rote Rebsorte stammt höchstwahrscheinlich aus Frankreich. Sie wurde erstmals 1784 als „Merlau” im Bordeaux-Bereich Libournais erwähnt, wo sie auch heute noch dominiert. Der Name ist vom französischen Wort für Amsel (merle) abgeleitet, weil diese Vögel die Beeren sehr gerne naschen. Die Rebe ist direkt mit Cabernet Franc verwandt, der zweite Elter dürfte eine südpannonische Rebsorte sein.
In der Region Venetien, Italien wird der Merlot ab dem Jahr 1855 unter dem Synonym Bordò erwähnt und im Schweizer Tessin ist die Präsenz der Sorte seit der Zeit zwischen 1905 und 1910 dokumentiert
In fast allen Weinbauregionen der Welt spielt der Merlot eine gewichtige Rolle. Die geschätzte bestockte Fläche liegt bei weltweit ca. 200.000 Hektar. Der Merlot steht damit an sechster Stelle des weltweiten Rebsortenspiegels. Hauptanbaugebiete liegen dabei in Frankreich (insgesamt 101.000 Hektar, Stand 2004), Italien (ca. 32.000 Hektar), Bulgarien (ca. 15.000 Hektar), USA (ca. 16.000 Hektar), Chile (12.900 Hektar, Stand 2004), Australien (10.800 Hektar, Stand 2005) und Argentinien (7.310 Hektar, Stand 2005). Kleinere Anpflanzungen gibt es auch in Slowenien, Kroatien, Griechenland, Moldawien, Rumänien, Neuseeland, Deutschland (ca. 416 Hektar, Stand 2006) [2] und der Schweiz (ca. 876 Hektar, Stand 2004).
Bis heute ist sie eine der sechs Rebsorten, die für Rotweine im Bordeaux verwendet werden dürfen (die anderen Sorten sind Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Carmenère, Malbec und Petit Verdot). Die frühreifende Sorte ergibt fruchtige, körperreiche und vollmundige Weine die nach wenigen Jahren der Lagerung genußreif sind. Dieser Tatsache ist ihre jetzige Popularität geschuldet. In den Cuvées machen sich bereits Minderheitsanteile Merlot vorteilhaft bemerkbar: die Weine werden früher zugänglich, möglicherweise jedoch unter Einbußen bei der Langzeit-Haltbarkeit. In der Alterung (mittel bis gut) kann ein Merlot gewinnen und weicher werden, oft jedoch verfliegen die Fruchtaromen und Kräuteraromen drängen in den Vordergrund
Als reiner Sortenwein, so, wie er in Übersee oder im Kanton Tessin ausgebaut wird, ist der Merlot selten anzutreffen. Dies gilt speziell für den italienischen Anbau. Es gibt nur wenige Ausnahmen von dieser Regel, wie etwa in Frankreich. Dort werden die teuersten Weine von Bordeaux als reine oder fast reine höchstklassige Merlots erzeugt: siehe Château Pétrus.
In Italien wird der Merlot häufig mit der Rebsorte Sangiovese verschnitten.und geben dem Wein weniger strenge Züge. Im Weinbaugebiet Isonzo führt die Weinstraße Strada del Merlot Merlot - Weinberge entlang des Flusses Isonzo.
In Deutschland gibt es in den vergangenen Jahren immer mehr ehrgeizige, jedoch meist örtlich recht umstrittene Versuche, hochwertigen Merlot zu erzeugen. Bei etlichen engagierten Winzern in der Pfalz und Württemberg sind mittlerweile erste Resultate zu schmecken. Da die entsprechenden Rebanlagen noch jung sind, haben sie ihr volles Qualitätspotenzial zweifellos noch nicht ausgeschöpft. Immer moderner werden auch die Blanc de Noirs-Weine von der Rebsorte Merlot, die dann überraschend hell im Glas erscheinen
Merkmale von Rebe und Traube
Die Triebspitze ist offen. Sie ist wollig behaart und rötlich gerändert. Die Jungblätter sind weißflammig überzogen und bereits fünflappig ausgeprägt.
Die mittelgroßen bis großen Blätter sind fünflappig (selten dreilappig) und stark gebuchtet. Die Stielbucht ist U-förmig geöffnet. Das Blatt ist ungleichmäßig gezähnt.
Die walzenförmige Traube ist mittelgroß, manchmal geschultert oder verzweigt und lockerbeerig. Die rundlichen Beeren sind klein bis mittelgroß und schwarzblauer Farbe. Die Reben sind dünnschalig.
Merlot reift fast 15 Tage nach dem Gutedel. Sie gilt somit als eher früh reifend. Der frühe Austrieb führt zu Spätfrostgefährdung. Die wuchskräftige Sorte erbringt gleichmäßig hohe Erträge. Eine strenge Ertragsregulierung ist zur Erzielung hoher Qualität unerlässlich.
Sie ist wenig anfällig gegen den Echten Mehltau neigt jedoch zur Anfälligkeit gegen den Falschen Mehltau und aufgrund der Dünnschaligkeit zu Rohfäule
Charakterisierung des Weines:
Farbe: dunkelrot. Geschmack: füllige, üppige Frucht, dezente Tannine, geringe Säure, alkoholreich.
Der Merlot ist weich, schmeckt ein wenig nach Pflaumen, hat einen mittleren bis hohen Alkohol-Gehalt. Die Farbe dieses Weines ist dunkelrot. Merlot reift relativ früh und in vielen Gegenden Mitteleuropas daher auch gut aus; man kann ihn bereits zwei oder drei Wochen vor den Cabernet-Sorten ernten
Merlot eignet sich bestens zum Verfeinern und Harmonisieren anderer Sorten, wobei sich als der wohl geeignetste Partner der Cabernet Sauvignon herauskristallisiert hat. Dabei kommt dem Merlot zugute, dass er gut mit Eiche harmoniert, sich also zur Fasslagerung (im Barrique) empfiehlt. Daher haben fast alle Bordeaux-Weine einen mehr oder minder hohen Anteil Merlot in der Cuvée.
Einige der besten Rotweine überhaupt werden aus der Merlot-Traube gekeltert. Hierzu zählen die aus Saint-Émilion und vor allem aus dem Pomerol, allen voran die legendären Chateau Petrus und Le Pin. Auf den lehmigen und sandigen Böden, die in diesem Teil Bordeaux vorherrschen, ergibt sie rubinrote, fleischige Weine von größter Distinktion. Allerdings weisen sie weniger Tannin, eine niedrigere Säure und eine geringere Langlebigkeit auf als Cabernet-Sauvignon-Weine, dafür aber eine höhere Alkoholgradation. Ihr Aroma ähnelt in der Jugend dem der Cabernet-Weine, wobei statt der herben, aristokratischen Strenge eher süße, malzige Töne in den Vordergrund treten.
