Müller-Thurgau/Rivaner
Synonyme:
Riesling x Sylvaner (Österreich, Schweiz, Luxemburg, bis 1971 auch in Deutschland) Rivaner (Deutschland, Österreich, Luxemburg) Rizvanec (Kroatien, Slowenien)
Verbreitung
Die größte Bedeutung hat er in Deutschland. Ca. 25.000 ha stehen vorwiegend in Rheinhessen, Baden, Pfalz, Mosel, Franken, Nahe, Tendenz fallend. Etwa 8.000 ha. stehen in Ungarn. Es folgen die Slowakei, Österreich, Schweiz, Südtirol, Kroatien, Slowenien, Luxemburg, England, Australien, Japan, USA, Elsaß (Frankreich) und Neuseeland.
Herkunft
Wurde 1882 von Herrn Müller aus Thurgau an der Lehranstalt für Obst-, Wein- und Gartenbau in Geisenheim gezüchtet, vermeintlich aus Riesling und Silvaner. Heute weiß man nach gentechnischen Untersuchungen, dass er eine Kreuzung aus Riesling x Gutedel ist. Als Müller 1891 zur Eidgenössischen Versuchs- und Lehranstalt nach Wädenswil in der Schweiz zog, nahm er 150 Sämlinge mit und kultivierte sie am Züricher See weiter. 1913 kam der Sämling Nr. 68 wieder nach Deutschland und wurde seit Ende des zweiten Weltkrieges wegen seiner robusten Art und seiner konstanten Mengenerträge planmäßig angebaut.
Merkmale von Rebe und Traube
Hellgrüne Triebspitze, etwas flaumig, rötlicher Einschlag. Mittelgroße, fünf bis siebenlappige Blätter, stark gewellt, tief gebuchtet. Blattoberseite glatt, leichte Beulen. Blattunterseite spinnwebenähnlich. Überlappende Stilbucht, abgesägte Blattränder. Relativ große, ovale, grünlich-gelbe Trauben, meist lockerbeerig. Beeren mit knackiger, starker Schale, auch gut als Tafeltraube geeignet. Hat einen reizvollen Geschmack, der an Muskatellertrauben erinnert.
Eigenschaften von Rebe und Traube
Stellt keine großen Ansprüche an den Standort. Gedeiht am besten auf tiefgründigen, feuchtigkeitsspeichernden Böden. Bei geringen Niederschlägen und sandigen Böden können Trockenschäden auftreten. Die Rebe ist Winterfrostgefährdet, Frühfrostschäden (April, Mai) halten sich in Grenzen, da die später austreibenden Beiaugen fruchtbar sind. Sehr anfällig gegen Peronospora, die Schwarzfleckenkrankheit, den Roten Brenner und gegen Botrytis. Hohe Erträge, in Spitzenjahren bis über 200 hl/ha. Wurde im Durchschnitt der letzten 10 Jahre in Baden mit 72 °C Oechsle geerntet.
Charakterisierung des trockenen Weines
Leicht, blumig, fruchtig, weich, geschmeidig, rund, problemlos, säurearm, elegant. In der Nase variieren Fruchtaromen: wie grüner Apfel (Granny Smith), Zitrone, seltener auch schwarze Johannisbeere, Geranie, grüne Paprika, … dezentes Muskataroma. Der Geschmack ist leicht, säurearm, süffig, fruchtig, beschwingt, vollmundig, harmonisch, ausgeglichen und schwingt im Gaumen mit reizvollen Fruchtaromen aus; ältere Weine sind im Abgang hefig, erdig.
Speisenempfehlungen
Ähnlich wie der Gutedel ist er ein universaler Essensbegleiter, er wird vorwiegend empfohlen zu leichten Speisen, wie z.B. gedünsteter Süßwasserfisch, Vorspeisen, Vesperteller, hellen Fleischspeisen (Schwein, Kalb, …), Geflügel, auch zu mildem Käse. Servieren Sie ihn möglichst kühl bei ca. 8 °C.
Lagerempfehlungen
Bei längerer Lagerung etwa nach 3 bis 4 Jahren bildet sich ein Reifegeschmack mit leicht oxydativem Charakter, der früher sehr, heutzutage nicht mehr so sehr geschätzt wird. Wir empfehlen daher, dem neuen Trend zu folgen und auch den Rivaner (Müller Thurgau) möglichst frisch zu trinken, ihn also höchstens 3 Jahre zu lagern. Ideal wäre eine Lagertemperatur von 10 bis 12 °C.
